Ich hab ein Mann, der gar nichts kann
Testo tedesco storico, trascritto dalla partitura di Orlando di Lasso, Sämtliche Werke, vol. XX, pp. 31–40. Grafia e punteggiatura normalizzate; i titoli delle otto sezioni seguono l’edizione.
1. Ich hab ein Mann
Ich hab ein Mann, der gar nichts kann,
als essen, trincken, schlafen.
Ist nachts ein Block, bey Tag ein Stock,
er taugt wohl in Schlaraffen.
Hätt er ein G'werb, fürwahr er sterb,
all Arbeit thut er fliehen.
Oft filtz ich ihn, doch on Gewinn,
kan nichts aus ihm erziehen.
2. Wann er auffsteht
Wann er auffsteht, kommt erst vom Bett,
darf vor Mittag nit geschehen.
So blinzt er und geht daher,
als könnt er noch nit sehen.
Doch bald so fragt er meine Magd,
ob fertig sey das Essen.
Er hat nur Sorg durch lange Borg,
möcht man der Speis vergessen?
3. Nach dem Frühmal
Nach dem Frühmal, nichts überall,
thut er den Tag anfangen.
Fürcht, geht er aus von seinem Haus,
der Blitz möcht ihn erschlagen.
Bleibt nur daheim und thut im Schein
sich hinter'n Ofen legen.
Da liegt er still bis zum Nachtziel,
thut sich nit einmal regen.
4. Umb fünffe hin
Umb fünffe hin, so kratzen ihn
die Hüner in dem Magen.
Mit grossem Grimm, drum muß man ihm
das Essen bald hertragen.
Bald er sich hat gefressen satt,
kein Stund kann er auffbleiben.
Laufft stracks gen Bett, da bleibt er stett,
kein Mensch kann ihn drauß treiben.
5. Ich armes Weib hab meinen Leib
Ich armes Weib hab meinen Leib
einem nichten Mann verkauft,
der nichts thut, helt guten Mut,
nur stets spilt, frißt und saufet.
Wann er heim kumbt, nur greint und brumbt,
ihm ist nichts recht geschaffen.
Wie ich ihm thu, hab ich kein Ruh,
allein er leg sich schlafen.
6. Bald ich von Gelt
Bald ich von Gelt ein wenig meldt,
ins Gsicht thut er mich schlagen.
Sagt, wo ich han den Grosch hinthan,
den er gab vor acht Tagen.
Meint, ich werd mich durchschlagen,
allein mich Kinder nähren.
7. Wann ich dann sag
Wann ich dann sag: Mein Mann, acht Tag
hanß ich nit von einem Groschen gesehen,
muß haben mehr, so geht er her
und gibt mir noch ein Groschen.
Will, daß er mich bring ums Leben,
daß er mich bring ums Leben.
8. Nun wars umb mich
Nun wars umb mich zu thun schlechtlich,
wann unser kleinen Kindern
geholffen wer, denn felt es schwer,
im Haus kein Brot sie finden.
Deß acht er nicht, ist nur gericht,
wie er sein Kropf mög füllen.
Wann ichs dann sag und andern klag,
thut er zu Lohn mich knüllen,
mich knüllen.
Traduzione italiana redazionale: «Ho un marito che non sa far nulla se non mangiare, bere e dormire. Si alza tardi, passa la giornata senza lavorare e torna a letto; io, povera donna, ho affidato la mia vita a un uomo pigro e scontroso. Quando gli chiedo denaro, mi picchia e pretende che basti un solo groschen. I nostri figli patiscono la fame, ma lui pensa soltanto a riempirsi la pancia e mi maltratta quando protesto».
Il Lied è una satira domestica in forma di dialogo narrativo articolato in otto parti. I vocaboli e le grafie dialettali seguono la fonte musicale; la traduzione italiana è redazionale e rende il senso complessivo del testo.